Dienstag, 18. Juni 2013

# 87 # Johanna Marte Jakob: Das Geheimnis der Äbtissin


Johanna Marte Jakob
Das Geheimnis der Äbtissin

Erschienen am: 01.10.2012
Verlag: Knaur
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 464
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-426-50951-7

Klappentext: Anno 1156 auf der Burg Lare im Harz: Die junge Grafentochter Judith steht in Diensten von Kaiser Friedrich I., um dessen junge Gemahlin sie sich liebevoll kümmert. Sie interessiert sich leidenschaftlich für Kräuter- und Heilkunde – und für Silas, den maurischen Leibarzt des Kaisers, der sie nicht nur als Mediziner fasziniert. Doch ihre Liebe scheint keine Zukunft zu haben, denn Judith ist eine Adlige und Silas in den Augen der Welt nur ein Sklave

Meine Meinung: Mit ihren Brüdern und Isabella lebt Judith, Tochter des Grafen Ludwig auf der Burg Lare im Harz. Als der Graf eines Tages von einer längeren Reise zurück kehrt und Ludwig, der junge Graf ihn begrüßen will, stürzt er schwer und bricht sich ein Bein. Für alle scheint klar zu sein, dass das Bein aufgrund des komplizierten Bruchs amputiert werden muss. Doch Silas, der Leibarzt des Kaisers, sieht das anders. Mithilfe der jungen Grafentochter Judith, versorgt Silas das Bein des jungen Ludwig, richtet und vernäht es geschickt und verabreicht ihm ungewöhnliche Kräuter, Salben und Getränke.
Judith, die von dem dunkelhäutigen Silas begeistert ist, eröffnet ihm, dass sie, wie er, Ärztin werden möchte und er sie in die Heil- und Kräuterkunde unterweisen soll.
Zwischen den Beiden entwickelt sich mit der Zeit eine innige Verbundenheit, Judith verliebt sich in Silas. Doch eine Zukunft scheint es für die Zwei nicht zu geben.

Das Geheimnis der Äbtissin umfasst das Leben der Grafentochter in einem Zeitraum von mehr als 60 Jahren. Man lernt Judith als junges Mädchen kennen und begleitet sie während ihrer Zeit, in der sie als Heilerin glücklich war und sie schließlich als Nonne in das Cyriakusstift von Eschwege flüchtete um sich den Mordabsichten des Bischofs zu entziehen.
Johanna Marte Jakob hat es verstanden, die Atmosphäre des Mittelalters in ihre Handlung gut einzubringen. Die Geschichte ist spannend und man erfährt wieder einmal viel über die damalige Heil- und Kräuterkunde. Aber auch die Intrigen, die immer wieder geschürt werden, kommen hier nicht zu kurz.
Die großen Zeitsprünge, die die Autorin in ihre Handlung verwendet hat, verwirren mitunter etwas. Auch dass sich die Wege von Judith und Silas des Öfteren kreuzen, aber wenig von belang sind, sind teilweise umständlich dargestellt.
Von den einzelnen Protagonisten, bis auf Judith und Silas, erfährt man relativ wenig. Ihre Darstellung verliert sich oftmals in kleinen Alltagsgeschichten und Zänkereien.
Trotz aller Für und Widers hat mich der historische Hintergrund der Geschichte wieder einmal begeistert und für unterhaltsame Stunden gesorgt.

Die Autorin: Simone Knodel (Pseudonym Johanna Marie Jakob) lebt mit ihrer Familie im Südharz. Seit ihrem Studium der Mathematik und Physik arbeitet sie als Lehrerin, heute an einem Nordhäuser Gymnasium. 2004 erschien ihr erster historischer Roman "Adelheid von Lare", 2008 dann "Radegunde von Thüringen", beide im amicus-Verlag. "Das Geheimnis der Äbtissin", Droemer-Knaur Verlag 2011, ist erneut ein historischer Roman, der sorgfältig recherchiert ist und an realen Schauplätzen ihrer Heimat spielt.



Meine Bewertung:
 

Quellen:
Cover: Knaur Taschenbuch Verlag
Klappentext: Knaur Taschenbuch Verlag
Kurzbiografie: Knaur Taschenbuch Verlag
Foto: © privat

Montag, 17. Juni 2013

# 21 # Neues im Bücherregal

Damit die sonnigen Stunden im Liegestuhl nicht allzu langweilig werden, musste neues Büchermaterial her. Den Herren Klüpfel und Kobr wollte ich noch mal eine neue Chance geben, da sie mich mit ihrem letzten Krimi doch ganz schön enttäuschten. Na und dann gibt es wieder einmal zwei geheimnisvolle Bücher zu lesen.

(88) Klappentext: Ein zugeschneites Berghotel, ein mysteriöser Mord und ein aufgekratzter Doktor Langhammer – Kluftinger ermittelt wieder! Der neue Fall des Bestsellerduos Volker Klüpfel und Michael Kobr. Eigentlich sollte es für die Kluftingers ein erholsamer Kurzurlaub werden, auch wenn das Ehepaar Langhammer mit von der Partie ist: ein Winterwochenende in einem schönen Allgäuer Berghotel samt einem Live-Kriminalspiel. Doch aus dem Spiel wird blutiger Ernst, als ein Hotelgast unfreiwillig das Zeitliche segnet. Kluftinger steht vor einem Rätsel: Die Leiche befindet sich in einem von innen verschlossenen Raum. Und über Nacht löst ein Schneesturm höchste Lawinenwarnstufe aus und schneidet das Hotel von der Außenwelt ab. Kommissar Kluftinger ist ganz auf sich allein gestellt. Das heißt: fast. Denn Doktor Langhammer mischt bei den Ermittlungen kräftig mit. Und das alles während der berüchtigten Raunächte, über die man sich hier in den Bergen grausige Geschichten von bösen Mächten erzählt.

(89) Klappentext: Anno 1156 auf der Burg Lare im Harz: Kaiser Friedrich I. vertraut der jungen Grafentochter Judith seine frisch angetraute Frau an. Judith interessiert sich leidenschaftlich für Kräuter- und Heilkunde – und für Silas, den maurischen Leibarzt des Kaisers, der sie nicht nur als Mediziner fasziniert. Doch ihre Liebe scheint keine Zukunft zu haben, denn Judith ist eine Adlige und Silas in den Augen der Welt nur ein Sklave 




(90) Klappentext: Deutschland zur Stauferzeit: Die junge Anna hat eine ganz besondere Gabe. Sie kann Menschen heilen. Der jüdische Medicus Aaron erkennt ihr Talent und wird ihr Lehrmeister. Die Heilverfahren sind ihrer Zeit weit voraus und schon bald steht Anna im Ruf, eine Wunderheilerin zu sein. Doch ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten und die Liebe zu einem jungen Grafen, bringen die Medica in höchste Gefahr: Der Erzbischof von Köln brandmarkt sie als Hexe. Anna stellt sich ihrem Schicksal und kämpft schließlich um alles: ihre Heilkunst, ihre Liebe und ihr Leben.

Sonntag, 16. Juni 2013

# 86 # Gunnar Kunz: Organisation C


Gunnar Kunz
Organisation C

Erschienen am: 05.12.2007
Verlag: Sutton
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Historischer Krimi
Seiten: 212
Preis € (D) 9,90
ISBN: 978-3-86680-215-5

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Online bestellbar hier: Amazon/Sutton

Klappentext: Berlin, 1922. Noch immer bestimmen Hunger und Armut das Straßenbild, die Geldentwertung schreitet voran, politische Attentate erschüttern das Land.
Im Grunewald wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der neun Monate zuvor erschossen und verscharrt wurde. Kommissar Gregor Lilienthal ist fest entschlossen, den Mörder zu finden, auch wenn die Spuren längst erkaltet sind. Sein Bruder Hendrik, Philosophieprofessor an der Universität, und Diana Escher, physikalische Assistentin von Max Planck, unterstützen ihn dabei mit philosophischem Witz und wissenschaftlicher Gründlichkeit.
Wie sich herausstellt, gehörte der Tote der berüchtigten Organisation Consul an, einer Vereinigung ehemaliger Freikorpssoldaten, die die junge Republik mit Terror und Gewalt bekämpfen. Walther Rathenau steht als nächster auf ihrer Abschussliste. In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Hendrik, Diana und Gregor, die Verschwörung aufzudecken und dem Anschlag zuvorzukommen. Doch die Attentäter sind ihnen immer einen Schritt voraus.
Auch im zweiten Fall des Berliner Ermittlertrios verbindet Gunnar Kunz Berliner Lokalkolorit der beginnenden 1920er-Jahre mit einer Hochspannung, die den Leser von Anfang an in ihren Bann zieht.

Meine Meinung: Es ist nicht so, als müsste sich Kriminalkommissar Gregor Lilienthal über Mangel an Arbeit beschweren, ganz im Gegenteil. Die Akten über Mordfälle auf seinem Tisch häufen sich und Freizeit ist für ihn ein Fremdwort. Nachdem er sich doch einmal einen freien Nachmittag gönnen wollte, finden ihn seine Kollegen trotzdem und rufen ihn zu einem neuen Tatort. Im Grunewald wurde ein toter Mann gefunden, der teilweise verwest, aber auch mumifiziert ist. Nach einigen Recherchen stellt sich heraus, dass es sich hierbei um den 21jährigen Hartmut Gensch handelt, der seit 9 Monaten von seiner Mutter vermisst wird.
Auch Professor Hendrik Lilienthal und seine Mitbewohnerin Diana Escher sind interessiert an dem Fall, da sich nach kurzer Zeit heraus stellt, dass der Tote nicht nur Sympathisant der Brigade Ehrhardt einer Freikorpsorganisation, sondern womöglich auch aktiv an verschiedenen Attentaten beteiligt war.

Organisation C – klingt sehr geheimnisvoll, was es auch einmal war. Hinter der Organisation C verbirgt sich die Organisation Consul, die während der Weimarer Republik als nationalistische Terrororganisation fungierte und mit gezielten Attentaten auf politische Amtsinhaber die junge Republik zu stürzen versuchte. Hinter dieser Freikorpsorganisation verbarg sich der Kopf der einstigen Brigade Ehrhardt, Hermann Ehrhardt. Seine Gehilfen waren u.a. Menschen wie Hartmut Gensch und Erwin Oberbeck, die die Handlung von Gunnar Kunz´ zweiten Kriminalfall „Organisation C“ wesentlich mit dominierten. Denn während der Ermittlungen um den Mord an den jungen Gensch sind Kommissar Gregor Lilienthal und seine Mitarbeiter an eine Liste mit Namen hochrangiger Politiker gelangt. Beginnend mit Matthias Erzberger, auf dem ein tödliches Attentat verübt worden ist, der bis dato als Blitzableiter für die Frustration des deutschen Volkes her halten musste, weil er maßgeblich an den harten Friedensverhandlungen von Versailles beteiligt war. Ihm sei es zu „verdanken“, dass das deutsche Volk, wegen der hohen Reparationsleistungen, hungern musste. Die Liste, die mit Namen wie Ebert, Scheidemann, Rathenau und weitere fortgeführt wird, rufen Gregor Lilienthal und seine zwei Hobbyermittler auf den Plan. Obwohl der anfängliche Mordfall dabei mehr ins Hinterrücken gerät weil sich die Situation um die Personen, die auf der sogenannten Attentatsliste stehen, verschärfte, blieb die Spannung nicht aus. Ganz im Gegenteil, die Informationen um den historischen Hintergrund sog ich nur so in mich auf.
Gut dargestellt sind auch die Protagonisten, wie z.B. der etwas lottrige Professor, der mit seinen Zitaten die Handlung immer wieder etwas auffrischte. Eines hat mir wieder besonders gut gefallen von Schelling „Erkenne was du bist, und sei, als was du dich erkannt hast“, das im Zusammenhang mit dem Aussehen des Professors zum Besten gegeben worden ist.
Auch in den übrigen bekannten Protagonisten ist eine kleine Weiterentwicklung zu entdecken und es macht Spaß zu lesen, wie sich so manche Dinge, auch in Liebesangelegenheiten, entwickeln.

Fazit: „Organisation C“ ist noch besser als sein Vorgängerbuch und hat mich durchweg begeistert.

Der Autor: Gunnar Kunz
Gunnar Kunz, Jahrgang 1961, hat sich mit über dreißig Theaterstücken sowie mit preisgekrönten Hörspielen für Kinder einen Namen gemacht. Große Erfolge feierte der in Berlin lebende Autor mit seiner Serie von historischen Kriminalromanen aus der Weimarer Republik: "Dunkle Tage", "Organisation C.", "Inflation" und "Zeppelin 126".

Reihenfolge
Band 1 – Dunkle Tage
Band 2 – Organisation C
Band 3 – Inflation
Band 4 – Zeppelin 126


Meine Bewertung:


Quellen:
Cover: Sutton Verlag
Klappentext: Sutton Verlag
Autorenporträt: Sutton Verlag
Foto: Gunnar Kunz


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: SUTTON
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.


Samstag, 15. Juni 2013

# 85 # Gunnar Kunz: Dunkle Tage


Gunnar Kunz
Dunkle Tage

Erschienen am: 01.11.2006
Verlag: Sutton
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Historischer Krimi
Seiten: 192
Preis € (D) 9,90
ISBN: 978-3-86680-072-4

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Online bestellbar hier: Amazon/Sutton

Klappentext: Berlin, 1920. Soziales Elend, politische Richtungskämpfe und Ungewissheit bestimmen den Alltag. Inmitten der Nachkriegswirren wird Hendrik Lilienthal, Philosophieprofessor an der Universität, zu den Ermittlungen im Mordfall Max Unger hinzugezogen.
Unger war Industrieller, Kriegsgewinnler und bekannt für seine rabiaten Methoden. Sein Tod lässt denn auch mehr Sektkorken knallen als Tränen fließen. Verdächtige gibt es zuhauf: die Brüder des Opfers, die eigene Pläne mit dem Unger’schen Konzern haben. Eine Arbeiterfamilie, der Max Unger das Leben zur Hölle gemacht hat. Rechts gerichtete Militärkreise, die einen Putsch gegen die junge Republik planen. Oder besteht gar eine Verbindung zu den jüngst verübten Morden an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht?
Gegen seinen Willen lässt sich Hendrik Lilienthal immer tiefer in die Ermittlungen hineinziehen. Eine Verbündete findet er in der streitbaren Physikstudentin Diana Escher, der Nichte des Toten. Bewaffnet mit dem Witz der Philosophie und den Gesetzen der Naturwissenschaft stellen sie auf eigene Faust Nachforschungen an, die sie in die barbarischen Wohnverhältnisse der Mietskasernen Berlins, in unternehmerische Intrigen und in die Schusslinie der Putschisten führen.
Gunnar Kunz lässt die Anfänge der Weimarer Republik in seiner Wahlheimat Berlin wieder lebendig werden. Die stürmische Epoche bildet den Hintergrund für einen packenden Kriminalroman, der den Leser vom ersten bis zum letzten Satz in Atem hält.

Meine Meinung: Der große Industrielle von Berlin, Max Unger, wird mit mehreren Messerstichen in seinem Arbeitszimmer brutal erstochen aufgefunden. Obwohl jeder weiß, dass er das Talent hatte, sich ständig neue Feinde zu machen, sucht Kriminalkommissar Gregor Lilienthal seinen Mörder bzw. das Motiv erst einmal innerhalb der Familie. Als er einen Packen Briefe mit philosophischem Inhalt findet, bittet er seinen Bruder Professor Hendrik Lilienthal hinzu, damit er ihn bei seiner Ermittlungsarbeit unterstützt. Während Lilienthal die Angehörigen verhört und diese sich in ihren Aussagen des Öfteren widersprechen, glaubt er das Motiv gefunden zu haben. Doch die Zahl der Verdächtigen, auch außerhalb der Familie, reißt nicht ab.
Zeitgleich beginnt es in Berlin zu brodeln und es formieren sich immer mehr Aufständische. In dem ganzen Durcheinander findet aber der eigensinnige Professor in der ebenso eigensinnigen Nichte des Toten eine wahre Verbündete. Sie beginnen ihre Ermittlungen auf eigene Faust, jedoch in eine ganz andere Richtung.
„Dunkle Tage“ ist ein Kriminalroman aus dem Berlin der Weimarer Zeit und beinhaltet eigentlich nur den kurzen Zeitraum von 10 Tagen, vom 10.März 1920 bis 19.März 1920. Die Weimarer Republik, die als Abschnitt der deutschen Geschichte bezeichnet wird, hat ihren Ursprung im Jahr 1918 und endete als sich die Nationalsozialisten um Adolf Hitler formierten. Der Autor Gunnar Kunz greift hier eine Zeit des Umbruchs auf und zeigt vor dem Hintergrund des Kapp-Putsches, was sich in diesen Tagen gerade in Berlin ereignete. Während Streiks und Unruhen an der Tagesordnung waren, sich die Angst vor einem Bürgerkrieg mehrten, gingen Kommissar Gregor Lilienthal und sein Bruder Professor Hendrik Lilienthal beinahe ihrem Tagesgeschäft nach.
Die Ermittlungen zum Mord an den Industriellen Max Unger zeigen, dass bereits im Jahr 1920 schon recht fortschrittliche Methoden angewandt worden sind um auf die Spur des Mörders zu gelangen. Durch die Einbindung des Professors in die Ermittlungsarbeit wurde der Leser auch des Öfteren mit philosophischen Zitaten konfrontiert, wie z.B. eines von Nitzsche, das mir besonders gefiel: „Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen“.
Die große Anzahl der Verdächtigen war vor allem darauf zurück zu führen, dass der Tote ebenfalls eine große Anzahl von Feinden besaß. Darunter auch eine Familie aus einfachen Verhältnissen. So konnte der Autor den Spagat zwischen Arm und Reich gut darstellen und die Gegensätze deutlich hervor heben.
Die Kriminalhandlung fand ich zwar wenig spannend, dafür aber umso mehr den historischen Hintergrund. So ging der Autor u.a. auf die Ermordung der Revolutionäre Liebknecht und Luxemburg ein und konfrontierte ebenso den Mörder dieser Beiden mit den heraus gefundenen Tatsachen.
Auch wenn die Mordermittlungen nur wenig dominierten sondern mehr der historische Hintergrund der Zeit, war die Auflösung des Falls kaum überraschend.

Fazit: Wenn man sich für die Geschichte der Weimarer Republik interessiert und auch philosophische Einlagen in einem Krimi akzeptiert, dann ist dieses Buch empfehlenswert.

Der Autor: Gunnar Kunz
Gunnar Kunz, Jahrgang 1961, hat sich mit über dreißig Theaterstücken sowie mit preisgekrönten Hörspielen für Kinder einen Namen gemacht. Große Erfolge feierte der in Berlin lebende Autor mit seiner Serie von historischen Kriminalromanen aus der Weimarer Republik: "Dunkle Tage", "Organisation C.", "Inflation" und "Zeppelin 126".




Meine Bewertung:
 

  
Quellen:
Cover: Sutton Verlag
Klappentext: Sutton Verlag
Autorenporträt: Sutton Verlag
Foto: Gunnar Kunz


Ich danke dem
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars.

Freitag, 14. Juni 2013

# 84 # Michael Robotham: Todeskampf


Michael Robotham
Todeskampf

Erschienen am: 19.03.2012
Verlag: Goldmann
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 480
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-442-47790-6

Klappentext: Detective Constable Alisha Barba ist zutiefst beunruhigt, als sie ihrer Freundin Cate nach Jahren wieder begegnet. Die hochschwangere Cate ist davon überzeugt, dass jemand hinter ihrem ungeborenen Baby her ist. Alisha will ihrer verzweifelten Freundin helfen, doch nur wenig später liegt Cate im Koma – sie wurde von einem Auto angefahren. Nachdem die Polizei das Ereignis als Unfall abgehakt hat, beginnt Alisha, auf eigene Faust zu ermitteln, und gerät in einen Sumpf aus Sex und Gewalt ...

Meine Meinung: Eigentlich hatte Alisha gar nicht vor gehabt, zu diesem Klassentreffen zu gehen. Doch die verzweifelte Bitte ihrer alten Freundin Cate zu kommen, macht es ihr unmöglich nicht zu erscheinen. Obwohl Cate und Alisha seit Jahren kein Wort mehr miteinander gewechselt hatten, tritt die hochschwangere Cate fast völlig losgelöst Alisha gegenüber. Aber der Schein trübt. Cate glaubt, dass jemand hinter ihrem Baby her ist. Bevor sie sich Alisha ganz anvertrauen kann, werden Cate und ihr Mann in einen Unfall verwickelt. Cate überlebt zunächst schwer verletzt. Während ihrer Wiederbelebungsversuche stellen die Ärzte jedoch eine vorgetäuschte Schwangerschaft fest. Alisha, die es kaum glauben kann, beginnt auf einige Faust zu recherchieren, da ihr von der Polizei keine Hilfe zu Teil wird.

Michael Robotham hat einen Thriller präsentiert, in dem Detective Inspector Vincent Ruiz eher nur eine kleine Nebenrolle als pensionierter Polizist zugedacht worden ist. Die Hauptfigur in der 3. Folge der Ruiz-Serie hat dieses Mal die Polizistin, Detective Constable Alisha Barba mit Migrantenhintergrund inne. Aus ihrer Sicht lässt der Autor den Hauptteil der Story in der Ich-Perspektive erzählen, was eigentlich schon etwas irritierend ist, da inzwischen in jeder Folge ein anderer Protagonist die Ich-Erzählversion „verpasst“ bekommen hat. Alisha ist auch dieses Mal die Heldin dieser Folge, die nach ihrer schweren Verletzung den Polizeidienst wieder aufgenommen hat. Sie versucht nun auf eigene Faust hinter das Geheimnis ihrer Freundin Cate zu kommen, die ihre Schwangerschaft vorgetäuscht hat. Dass sie dann auf einen Wulst von Intrigen und Machenschaften stößt, ist schnell überschaubar. Dass ihre Ermittlungen sie schließlich in die Niederlande führen, bei die sie zu einem Kinderhändlerring führt, damit hat selbst Alisha nicht gerechnet.
Der Autor hat eine sehr komplexe und vielschichtige Story erzählt, die zudem viel Interessantes über die Gepflogenheiten einer indischen Familie schildert. Auch wenn die Erzählweise mitunter sehr gewöhnungsbedürftig ist, lässt sich die Geschichte schön in einem Zug lesen. Der Schreibstil ist zwar, aufgrund der kurzen Sätze, teilweise sehr holprig, was vielleicht auch an der Übersetzung liegen kann, aber ansonsten sehr spannend. Allerdings finde ich, dass er an sein Erstlingswerk noch lange nicht wieder heran gereicht hat.

Der Autor: Michael Robotham
Michael Robotham wurde 1960 in New South Wales, Australien, geboren. Er war lange Jahre als Journalist für große Tageszeitungen und Magazine in London und Sydney tätig, bevor er sich ganz seiner eigenen Laufbahn als Schriftsteller widmete. Mit seinen Romanen sorgte er international für Furore und wurde mit mehreren Preisen geehrt. Michael Robotham lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Sydney.





Meine Bewertung:



Reihenfolge: Joe O´Loughlin und Vincent Ruiz Serie


Quellen:
Cover: Verlag Goldmann
Klappentext: Verlag Goldmann
Autorenporträt: Verlag Goldmann
Foto: © Stefan Erhard/Literaturtest

Mittwoch, 12. Juni 2013

# 83 # Marc Raabe: Der Schock


Marc Raabe
Der Schock

Erschienen am: 10.06.2013
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 400
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-471-28524-5

Leseprobe   Beim Verlag/Amazon bestellen

Klappentext: Ohne Rücksicht auf Verluste - Bestseller-Autor Marc Raabe garantiert schlaflose Nächte! Bei einem Unwetter an der Cote d’Azur begegnet Laura Bjely ihrem schlimmsten Alptraum. Ihr Freund Jan findet später nur noch ihr Smartphone – mit einem verstörenden Film im Speicher. Kurz darauf wird in Berlin die Leiche von Jans Nachbarin entdeckt. Auf ihrer Stirn steht eine blutige Nachricht. Allen Warnungen zum Trotz sucht Jan weiter nach Laura. Dabei stößt er auf einen Abgrund aus Wahnsinn und Bösartigkeit.

Meine Meinung: Sie war es ihm wert gewesen. Wert, sie 1.324 km zu verfolgen um sie dann in Beaulieu, einem kleinen Ort in Frankreich, zu kidnappen und dann wieder zurück nach Berlin zu bringen. Noch völlig orientierungslos versucht Laura die Geschehnisse der letzten Stunden zusammen zu fügen, bis ihr bewusst wird, dass sie diesen Ort vermutlich nie wieder lebend verlassen wird. Denn Laura befindet sich in der Hand eines Psychopathen, der es eigentlich auf junge blonde Frauen abgesehen hat. Doch bei ihr gestattet er sich eine Ausnahme.
Während Laura sich in der „Obhut“ des Psychos befindet, leidet Jan inzwischen Höllenqualen, weil er nicht weiß, wo sich Laura aufhält. Von seiner Schwester Kathy und ihrem Liebhaber Greg kann er auch nicht viel erwarten, denn sie haben von Laura eine vorgefertigte Meinung. Doch Jan gibt nicht auf. Als er schließlich auf ihrem Handy ein Video entdeckt, das vermutlich mit ihrem Verschwinden zusammen hängt, fährt Jan zurück nach Berlin. Zu Hause angekommen, muss er überrascht feststellen, dass er in eine Mordsache verwickelt worden ist. Nur mühsam kann er die Puzzle zusammen fügen, die ihn in diese Situation gebracht haben, doch noch schnell genug, um den Fängen der Polizei zu entwischen.
Um zu begreifen, was geschehen ist, begibt er sich auf eigene Ermittlungstour.

Marc Raabe hat mit seinem neuesten Psychothriller „Der Schock“ versucht, direkt an den Erfolg seines Debütromans „Schnitt“ anzuknüpfen um ein ebenso spannendes und fesselndes Werk wie das Vorherige zu präsentieren.
Mit seinen Protagonisten Laura und Jan hat der Autor zwei Figuren geschaffen, die von ihrer Kindheit her bereits negativ geprägt waren. Negativ in dem Sinne, dass sie von ihren Eltern abgelehnt worden sind. Jan hat seit seiner Kindheit mit den Folgen des Unfalltods seines kleineren Bruders zu kämpfen gehabt und Laura, die als Tochter in eine reiche Familie hinein geboren worden ist, mit der Ablehnung der Mutter. Doch dies sind nicht die einzigen Figuren, die von der Normalität abweichen. Sämtliche Darsteller haben mit sich und ihrem Leben ein Problem, das der Autor mit seinen ständigen Verwirrspielen offeriert hat.
Warum Laura Opfer einer Entführung wurde und weshalb Jan sich immer wieder aus Mordkomplotten entziehen muss, wird erst ziemlich spät aufgelöst. Wenn man glaubt, der Lösung nahe zu sein, überrascht Marc Raabe mit einer geschickten Wendung des Plots und lässt den Leser wieder mit verhältnismäßig vielen Fragen zurück. Obwohl ich so manches Mal an der Authentizität der Handlung zweifeln musste, weil einfach viel zu viel in kurzen Abständen passierte, hat mich der neueste Psychothriller von Marc Raabe gut unterhalten. Zweifelsohne besitzt der Autor einen flüssigen und fesselnden Schreibstil, sodass man das Buch kaum aus den Händen legen kann. Allerdings gab es auch Kapitel, die von Längen durchzogen waren. Nur der stetige Wechsel zwischen den Handlungssträngen ließ die Spannung nicht verebben.

Der Autor: Marc Raabe
Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktion. Sein Debütroman Schnitt war mehrere Wochen auf der Bestsellerliste. Marc Raabe lebt mit seiner Familie in Köln.






Meine Bewertung:
 


Quellen:
Cover: Verlag Ullstein
Klappentext: Verlag Ullstein
Kurzbiografie: Verlag Ullstein
Foto: © privat


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken


Dienstag, 11. Juni 2013

# 20 # Neues im Bücherregal

Auf diese vier historischen Krimis die in der Zeit der Weimarer Republik spielen, freue ich mich ganz besonders,  allein schon wegen des historischen Hintergrundes.


(84) Klappentext: Berlin, 1920. Soziales Elend, politische Richtungskämpfe und Ungewissheit bestimmen den Alltag. Inmitten der Nachkriegswirren wird Hendrik Lilienthal, Philosophieprofessor an der Universität, zu den Ermittlungen im Mordfall Max Unger hinzugezogen.

Unger war Industrieller, Kriegsgewinnler und bekannt für seine rabiaten Methoden. Sein Tod lässt denn auch mehr Sektkorken knallen als Tränen fließen. Verdächtige gibt es zuhauf: die Brüder des Opfers, die eigene Pläne mit dem Unger’schen Konzern haben. Eine Arbeiterfamilie, der Max Unger das Leben zur Hölle gemacht hat. Rechts gerichtete Militärkreise, die einen Putsch gegen die junge Republik planen. Oder besteht gar eine Verbindung zu den jüngst verübten Morden an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht?

Gegen seinen Willen lässt sich Hendrik Lilienthal immer tiefer in die Ermittlungen hineinziehen. Eine Verbündete findet er in der streitbaren Physikstudentin Diana Escher, der Nichte des Toten. Bewaffnet mit dem Witz der Philosophie und den Gesetzen der Naturwissenschaft stellen sie auf eigene Faust Nachforschungen an, die sie in die barbarischen Wohnverhältnisse der Mietskasernen Berlins, in unternehmerische Intrigen und in die Schusslinie der Putschisten führen.

Gunnar Kunz lässt die Anfänge der Weimarer Republik in seiner Wahlheimat Berlin wieder lebendig werden. Die stürmische Epoche bildet den Hintergrund für einen packenden Kriminalroman, der den Leser vom ersten bis zum letzten Satz in Atem hält.

(85) Klappentext: Berlin, 1922. Noch immer bestimmen Hunger und Armut das Straßenbild, die Geldentwertung schreitet voran, politische Attentate erschüttern das Land.
Im Grunewald wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden, der neun Monate zuvor erschossen und verscharrt wurde. Kommissar Gregor Lilienthal ist fest entschlossen, den Mörder zu finden, auch wenn die Spuren längst erkaltet sind. Sein Bruder Hendrik, Philosophieprofessor an der Universität, und Diana Escher, physikalische Assistentin von Max Planck, unterstützen ihn dabei mit philosophischem Witz und wissenschaftlicher Gründlichkeit.
Wie sich herausstellt, gehörte der Tote der berüchtigten Organisation Consul an, einer Vereinigung ehemaliger Freikorpssoldaten, die die junge Republik mit Terror und Gewalt bekämpfen. Walther Rathenau steht als nächster auf ihrer Abschussliste. In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Hendrik, Diana und Gregor, die Verschwörung aufzudecken und dem Anschlag zuvorzukommen. Doch die Attentäter sind ihnen immer einen Schritt voraus.
Auch im zweiten Fall des Berliner Ermittlertrios verbindet Gunnar Kunz Berliner Lokalkolorit der beginnenden 1920er-Jahre mit einer Hochspannung, die den Leser von Anfang an in ihren Bann zieht.

86) Klappentext: Berlin, 1923: Millionen in der Tasche, aber nichts zu essen. Kein Wunder, dass Philosophieprofessor Hendrik Lilienthal und Diana Escher, Assistenin von Max Planck, sich nicht anders zu helfen wissen, als nachts heimlich die Kartoffeläcker im Berliner Umland heimzusuchen. Doch da sind sie nicht die Einzigen, und plötzlich stehen sie vor einer übel zugerichteten Leiche.
Zum Glück erreichen sie, dass der Fall Kommissar Gregor Lilienthal, Hendriks Bruder, übertragen wird - und schon stürzt sich das außergewöhnliche Trio wieder in die Ermittlungen. Schnell finden sie heraus, dass das Opfer zwar einen weißen Anzug trug, aber beileibe keine weiße Weste hatte.
Die Ermittlungen führen zu Schiebern und Hehlern, zu Menschen am Rande der Existenz. Eine Spur weist ins von den Franzosen besetzte Ruhrgebiet, wo Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Besatzern, Saboteuren und Separatisten toben. Als Diana sich zu weit vorwagt, gerät sie in tödliche Gefahr. 
Auch im dritten Fall des Berliner Ermittlertrios gelingt es Gunnar Kunz perfekt, eine spannende Krimihandlung mit eindringlichen Milieuschilderungen und den dramatischen Ereignissen der Weimarer Republik zu verweben.

(87) Klappentext: Deutschland 1924. Langsam erholt sich das Land von der Inflation. Hendrik Lilienthal, Professor für Philosophie, und Diana, die Frau seines Bruders und Assistentin von Max Planck, nehmen an einer Probefahrt des Zeppelins LZ 126 teil, bevor dieser als Reparationsleistung an die USA geliefert wird. Doch die Mitreisenden entpuppen sich als schwierig, unter der Oberfläche gären mühsam verborgene Spannungen, es kommt zu Handgreiflichkeiten. Schließlich geschieht ein Mord.
Auf sich allein gestellt versuchen Hendrik und Diana mit philosophischem Witz und analytischem Verstand, den Täter zu entlarven. Ihre Fragen reißen alte Wunden auf und verwandeln die angespannte Situation in ein Pulverfass. Und plötzlich wird es eng im Luftschiff, als den Passagieren klar wird, dass ein zu allem bereiter Verbrecher mit an Bord ist.
Im vierten Fall des ungleichen Ermittlerpaares entführt Gunnar Kunz die Leser an Bord eines der faszinierendsten Verkehrsmittel aller Zeiten und lässt die unruhigen Zwanzigerjahre vor einem dramatischen Hintergrund wiederauferstehen.

Montag, 10. Juni 2013

# 82 # Charlotte Thomas: Der König der Komödianten


Charlotte Thomas
Der König der Komödianten

Erschienen am: 25.03.2010
Verlag: Bastei Lübbe
Ausgabeart: Gebundene Ausgabe
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 704
Preis: € 22,99
ISBN: 978-3-431-03807-1

Klappentext: Eine wunderbare Kulisse. Ein großartiges Stück. Ein Held zum Verlieben. Veneto, 1594: Sie sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen - eine bezaubernde Hauptdarstellerin, ein waffenstarrender Zwerg, ein schlitzohriger Intendant und dessen bockige Enkelin. Mitten hinein in dieses schillernde Ensemble gerät der achtzehnjährige Marco, der bisher nichts anderes von der Welt gesehen hat als den abgeschiedenen Hof seines Onkels. Der unerfahrene Jüngling ist begeistert von der faszinierenden Welt des Theaters und zieht mit der Truppe nach Venedig, wo es bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein neues Stück kann das Ensemble noch retten. Vom Kulissenschieber steigt Marco zum Gehilfen des trunksüchtigen Bühnendichters auf und bald darauf zum Autor seines eigenen Stücks. Doch bis er dieses auf die Bühne bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben. Über die Liebe. Und vor allem über das Leben selbst. Ein mitreißender Roman über das unvergessliche Maskenspiel der Commedia dell' Arte

Meine Meinung: Nach dem Tod seines geliebten Onkels Vittore Ziani muss der 18jährige Marco, laut seines Onkels Testament, bis zu seiner Großjährigkeit ins Kloster. Auf dem Weg dorthin begegnet Marco einer Gaukler- und Theatertruppe und verliebt sich in die wunderschöne Catherina. Während seiner Zeit im Kloster wird Marco Zeuge, wie gegen ihn ein Mordkomplott geschmiedet wird. Völlig verängstigt flieht er mithilfe seines Zimmergenossen Iseppo noch in der Nacht Richtung Padua. Dort begegnet Marco unverhofft der Theatertruppe wieder und schließt sich ihnen an.

Charlotte Thomas hat mit ihrem Roman „Der König der Komödianten“ ein spannendes und mitreißendes Werk präsentiert. Schon die ersten Seiten haben mich völlig in ihren Bann gezogen. Die Autorin erzählt auf eine ganz besondere fesselnde und humorvolle Art und Weise über das Leben von Marco, der in seinen jungen Jahren schon manches erleben musste und nach seiner Flucht aus dem Kloster immer wieder dem Tod von der Schippe springen konnte.
In der Theatergruppe „Incomparabilis“, die bunt gemischt ist, was ihre Darsteller betrifft, blüht Marco so richtig auf und lebt nicht nur sein Talent der Dichtkunst aus.
Nachdem die Theatergruppe fast mittellos, bedingt durch die beinahe hinterlistige Geschäftemacherei des Intendanten Baldassare, wurde, flüchten sie kurz entschlossen auf dem Wasserweg nach Venedig.
In Venedig muss Marco feststellen, dass er immer wieder „Opfer“ einer Verwechslung wird, bis er schließlich hinter ein gut behütetes Geheimnis gelangt. Die ständigen Attentate auf sein Leben haben nur einen Zweck, sich sein Vermögen aus dem Erbe des Onkels anzueignen, von dem Marco keine Ahnung hat, um welchen Umfang es sich handelt.
Obwohl manche Erzählungen der Autorin etwas langatmig erscheinen, gerade wenn es um die Geschäftemacherei des Großvaters geht, die teilweise auch etwas ermüdend wirken, weil sie sich in ihrer Art oftmals gleichen und wiederholen, kann man das Buch nicht aus der Hand legen.
Ihre Protagonisten hat Charlotte Thomas überzeugend beschrieben. Sie wirken authentisch und liebenswert. Die vielen Schauplätze, mit denen die Autorin arbeitet, sind so dargestellt, als wäre man mittendrin.
Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Marco erzählt und wirkt durch seine geistigen Kommentare erst so richtig erheiternd. Jedenfalls habe ich mich so manches Mal köstlich amüsieren können und bin vom Erzählstil der Autorin total begeistert.

Die Autorin: Charlotte Thomas
Charlotte Thomas war Richterin und Rechtsanwältin, bevor sie sich ganz ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, widmete. Charlotte Thomas lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.






Meine Bewertung:



Weitere Bücher der Autorin:

Teil 1: Die Madonna von Murano
Teil 2: Die Lagune des Löwen
Teil 3: Die Liebenden von San Marco
Teil 4: Der König der Komödianten


Quellen:
Cover: Verlag Bastei Lübbe
Klappentext: Verlag Bastei Lübbe
Kurzbiografie: Verlag Bastei Lübbe
Foto: © Charlotte Thomas


Sonntag, 9. Juni 2013

# 19 # Neues im Bücherregal

Ein bisschen Lesenachschub tut immer gut, auch wenn es nur drei Bücher sind.

(81) Klappentext: STERBEN KANN EWIG DAUERN ... ... aber der menschliche Körper beginnt kaum fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen – und wird dann zu einem gigantischen Festschmaus für andere Organismen. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen. Die Larven verlassen die Leiche in Reih und Glied, in einer Schlangenlinie, die sich immer nach Süden bewegt. Ein Anblick, der jeden dazu veranlassen würde, das Phänomen zu seinem Ursprungzurückzuverfolgen. Und so entdecken die Yates-Brüder, was von Sally Palmer übrig geblieben war ... Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin in Devonshire. Verdächtiger Nummer eins ist der schweigsame Fremde im Dorf, ein Dr. David Hunter. Doch es stellt sich heraus, dass er früher Englands berühmtester Rechtsmediziner war, und die Polizei bittet ihn um Unterstützung. Gerade als seine Analysen zeigen, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knöcherner Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten ...

(82) Klappentext: Veneto, 1594: Sie sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen - eine hinreißende Hauptdarstellerin, ein waffenstarrender Zwerg, ein schlitzohriger Intendant und dessen bockige Enkelin. Mitten hinein in dieses schillernde Ensemble gerät der völlig unerfahrene, achtzehnjährige Marco. Begeistert von der faszinierenden Welt des Theaters zieht er mit der Truppe nach Venedig, wo es bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein neues Stück kann das Ensemble noch retten. Langsam entwickelt sich Marco vom einfachen Kulissenschieber zum Autor seines eigenen Stücks - doch bis er dieses auf die Bühne bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben. Über die Liebe. Und vor allem über das Leben selbst.

(83) Klappentext: Ohne Rücksicht auf Verluste - Bestseller-Autor Marc Raabe garantiert schlaflose Nächte! Bei einem Unwetter an der Cote d’Azur begegnet Laura Bjely ihrem schlimmsten Alptraum. Ihr Freund Jan findet später nur noch ihr Smartphone – mit einem verstörenden Film im Speicher. Kurz darauf wird in Berlin die Leiche von Jans Nachbarin entdeckt. Auf ihrer Stirn steht eine blutige Nachricht. Allen Warnungen zum Trotz sucht Jan weiter nach Laura. Dabei stößt er auf einen Abgrund aus Wahnsinn und Bösartigkeit.

Samstag, 8. Juni 2013

# 81 # Simon Beckett: Die Chemie des Todes


Simon Beckett
Die Chemie des Todes

Erschienen am: 01.08.2007
Verlag: rororo
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Krimi/Thriller
Seiten: 432
Preis € (D) 9,99
ISBN: 978-3-499-24197-0

Klappentext: STERBEN KANN EWIG DAUERN ... ... aber der menschliche Körper beginnt kaum fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen – und wird dann zu einem gigantischen Festschmaus für andere Organismen. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen. Die Larven verlassen die Leiche in Reih und Glied, in einer Schlangenlinie, die sich immer nach Süden bewegt. Ein Anblick, der jeden dazu veranlassen würde, das Phänomen zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen. Und so entdecken die Yates-Brüder, was von Sally Palmer übrig geblieben war ... Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin in Devonshire. Verdächtiger Nummer eins ist der schweigsame Fremde im Dorf, ein Dr. David Hunter. Doch es stellt sich heraus, dass er früher Englands berühmtester Rechtsmediziner war, und die Polizei bittet ihn um Unterstützung. Gerade als seine Analysen zeigen, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knöcherner Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten ...

Meine Meinung: Eigentlich ist David Hunter ein erfolgreicher forensischer Anthropologe, aber seit einem schweren Schicksalsschlag hat er sich zurück gezogen und lebt und arbeitet jetzt als einfacher Landarzt in der abgelegenen, jedoch eingeschworenen Dorfgemeinschaft von Manham. Obwohl er dort mehr als Außenseiter gilt, wird er in die Untersuchungen zu der Frauenleiche, die in einem ziemlich verwesten Zustand vorgefunden worden ist, mit einbezogen. Doch bei der einen Leiche sollte es nicht bleiben. David Hunter wird auch weiterhin mit seiner alten Tätigkeit konfrontiert.

Simon Beckett hat mich mit der "Chemie des Todes" von Beginn der Handlung an in seinen Bann gezogen. Mit seinem flüssigen und spannenden Schreibstil hat er voll überzeugt. Die Darstellung der Dorfbewohner und die gegenseitigen Verdächtigungen bringen die gewünschte Spannung, in der so jeder zum Tatverdächtigen wird. David Hunter wird als Mann dargestellt, der von seinem Schicksal gezeichnet worden ist und sich in seiner Trauer vollständig aus seinem sozialen Umfeld zurück gezogen hat. Mit seiner "Aussiedlung" aus London in ein abgelegenes Dorf und der Aufnahme einer fast artfremden Tätigkeit, denn er begibt sich von den Toten zu den Lebenden, glaubt er sich selbst bestrafen zu können.
In seinen ganzen schicksalsergebenden Umständen lernt er dann doch noch eine junge sympathische Frau kennen, für die es sich nicht nur zu kämpfen lohnt, weil sie Opfer des mutmaßlichen Mörders, der schon mehr als eine Frau getötet haben muss, wird.
Simon Beckett hat sein umfangreiches Wissen über die Forensik in seinen Roman eingebracht und ihm so die gewünschte Authentizität verliehen.
Alles in allem ist "Die Chemie des Todes" spannend geschrieben und absolut lesenswert.

Der Autor: Simon Beckett
Simon Beckett arbeitete als Hausmeister, Lehrer und Schlagzeuger, bevor er sich ganz dem Schreiben zuwandte. Als Journalist bekam er Einblick in die Polizeiarbeit, und dieses Wissen verarbeitet er in seinen Romanen.
Allein in Deutschland wurden bereits 7 Millionen Bücher des Autors verkauft. Für einige seiner Thriller hat er auf der «Body Farm» in Tennessee recherchiert. Der Autor ist verheiratet und lebt in Sheffield.



Meine Bewertung:


Reihenfolge der David Hunter-Reihe

Band 2 – Kalte Asche
Band 3 – Leichenblässe
Band 4 – Verwesung

Quellen:
Cover: Verlag rororo
Klappentext: Verlag rororo
Autorenporträt: Verlag rororo
Foto: © by Malte Braun

Freitag, 7. Juni 2013

Lesung mit Daniel Holbe


Wer ein Krimi-Liebhaber ist, wird sie kennen. Julia Durant – Hauptkommissarin im Morddezernat von Frankfurt und Protagonistin des Autors Andreas Franz, der vor 2 Jahren plötzlich und unerwartet starb. Ganz abrupt hat sie geendet - die Serie um die beliebte Singlefrau aus München. Doch mit Daniel Holbe lebte sie wieder auf und Frau Durant durfte zusammen mit ihren Kollegen wieder ermitteln. 
  
Inzwischen ist Fall Nr. 13 – Tödlicher Absturz – vom Knaur
Taschenbuch Verlag veröffentlicht worden und der Autor hat gestern in der Buchhandlung Peterknecht in Erfurt sein Buch vor einem gut gefüllten Publikum vorgestellt.
Ziemlich aufgeregt ging er ans Werk und las zunächst einige Passagen aus seinem Werk vor, bevor er auf die Fragen seiner Gäste einging und diese beantwortete. Natürlich merkte man ihm an, dass er noch nicht so versiert in seinen Lesungen ist. Doch das machte ihn erst recht sympathisch. Ganz unverblümt gab er auch zu, dass seine Mutter bereits mehr Buchlesungen von verschiedenen Autoren besucht hatte als er selbst.



Gut 90 Minuten hat er sein Publikum unterhalten und hat im Anschluss daran noch einiges zu signieren gehabt. Auch mein Buch fand den Weg zu Daniel Holbes Schreibpult.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bedanken - beim Knaur Taschenbuch Verlag, insbesondere Frau Daum
 
und der Buchhandlung Peterknecht in Erfurt, die mich als Gast zu dieser Lesung eingeladen haben.
 

Quellen:
Autorenfoto:Julia Holbe


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